„Wir treten bewusst provokativ auf“

Bild: Magdalena Rechberger

Quelle: SHECONOMY

Die gemeinsame Studienzeit und der spätere berufliche Fokus waren der Auslöser für die Gründung des Start-ups „PelviQueens“ der beiden Gründerinnen. „Wir haben uns während des Studiums in Steyr kennengelernt und uns dann vorerst auf getrennten Wegen unabhängig voneinander auf Physiotherapie im Beckenbodenbereich spezialisiert“, erzählt Magdalena Rechberger. Anfang des Jahres entstand die Idee, eine Plattform für ganzheitliche Frauengesundheit mit dem Schwerpunkt Beckenboden zu gründen.

Die gemeinsame Vision: „Wir wollen, dass Frauen auf ihren Beckenboden achten und mit PelviQueens einen Raum für ehrliche Gespräche, Beratung und Training schaffen“, so Judith Sacher und ergänzt: „Wir waren bei tech2b, dem oberösterreichischen Start-up-Inkubator im Activate-Programm. Hier haben wir total viel Unterstützung bekommen und mit Johannes Sailer aus 7hauben einen Mentor, der uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist“, erklärt Judith Sacher.

Eine tragende Rolle

Die Arbeit an einem starken Beckenboden fördert die Körperwahrnehmung und hilft Frauen, sich besser mit dem eigenen Körper zu verbinden und sich ausgeglichen und stabil zu fühlen. Ein vernachlässigter Beckenboden kann zu Beschwerden im Alltag von Frauen in allen Lebenslagen führen: „Ob Harnverlust, Harndrang, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Menstruationsschmerzen oder Rückbildung – der Beckenboden ist die tragende Mitte des Körpers und hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Frauen“, erklärt Physiotherapeutin Magdalena Rechberger.

Richtige Atmung und Körperhaltung seien entscheidend für die Funktion des Beckenbodens, der als „Organträger“ auch Gebärmutter, Blase und Darm stützt.  „Ein starker Beckenboden verhindert, dass diese Organe absinken oder sich nach unten bewegen, was zu Problemen wie Gebärmuttersenkung oder Harninkontinenz führen kann“, erklärt Judith Sacher.

Beratung, persönliches Training und Online-Kurse

Nach einer Vorabanalyse wird ein individueller Trainingsplan erstellt. Zusätzlich werden Online-Kurse angeboten, die zeitlich flexibel genutzt werden können. Erfolgserlebnisse hätten fast alle Frauen, die beginnen, sich mit ihrer „starken Mitte“ zu beschäftigen:

„Ich erinnere mich an eine Patientin, die lange unter starken Regelschmerzen litt. Sie musste Schmerzmittel nehmen, um die Schmerzen zu ertragen. Durch das Training konnten wir ihre Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 10 auf die Hälfte bis ein Drittel reduzieren. Sie hat enorme Fortschritte gemacht und ihre Lebensqualität verbessert“, sagt Magdalena Rechberger. Auch viele junge Mütter nutzen die Plattform, um an ihrer Rückbildung zu arbeiten. PelviQueens biete auch viele Angebote für Frauen in der Schwangerschaft und bei der Geburtsvorbereitung.

Social Media und Provokation

„Pelvi“ was auf Englisch Beckenboden bedeute, setzt als Start-up bewusst auf Provokation und die direkte Ansprache von Beschwerden im Intimbereich. “Wir sprechen das Problem direkt an, ohne um den heißen Brei herumzureden“, erklärt Magdalena. Mit Trigger-Videos oder spannenden Zahlen, Daten und Fakten in den sozialen Medien werden Beschwerden rund um den Beckenboden anschaulich thematisiert, „um den Frauen die Sicherheit zu geben, dass es in Ordnung ist, darüber zu sprechen. Wir merken, dass die Frauen durch unsere Seite ins Gespräch kommen und merken, dass sie nicht alleine sind. Dieses Bewusstsein zu schaffen, dass viele Frauen ähnliche Probleme haben, ist unser Ziel und es funktioniert, wie auch das schnelle Wachstum unserer Community zeigt“.

Wie sich die beiden Physiotherapeutinnen mit ihrem Wissen am Laufenden halten? Magdalena Rechberger: „Wir nehmen ständig an Fortbildungen teil. Erst kürzlich haben wir einen Kurs zur Vaginalpalpation (Anm. gynäkologische Untersuchung) absolviert. Der ganzheitliche Ansatz, das Fachwissen und die Erfahrung sind der USP von PelviQueens“ so die beiden Gründerinnen.

Bild: (c) Pelvi Queens

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