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Strahlende Test-Sieger

Quelle: CHEFINFO

STARTUP-KOOPERATION. Mit KI-Anwendungen Industriebetriebe wettbewerbsfähiger machen? Das ist längst Realität, auch dank tech2b und seinem Netzwerk PIER 4 .

Der Name Aspöck Systems ist einer breiteren Öffentlichkeit wohl nicht sehr geläufig, aber ihre Produkte sind überall sichtbar – vor allem im Straßenverkehr. Rund zwei
Drittel aller Anhänger für Pkw und Lkw in Europa werden mit modernen LED Rückleuchten des Marktführers aus Peuerbach ausgestattet. „Unser Erfolg basiert nicht auf einzelnen Leuchten, Elementen oder Produkten, sondern auf unseren
Lichtsystemen. Dazu gehört die gesamte Schnittstelle zum Zugfahrzeug, einschließlich des Designs der Kabelbäume mit all ihren Subsystemen“, sagt Christian Schwaighofer, CTO und COO der Aspöck Gruppe. Der 1977 vom Tüftler
Felix Aspöck in einer Garage gegründete Familienubetrieb hat in den letzten 15
Jahren dank seines gebündelten Spezialwissens ein rasantes Wachstum hingelegt.
Mittlerweile beschäftigt der Hidden Champion rund 1.500 Mitarbeiter in vier Werken sowie acht Vertriebsstandorten. Der Umsatz betrug zuletzt 235 Millionen Euro. Anfang Juli stand Aspöck Systems selbst im Rampenlicht, als das Unternehmen gemeinsam mit dem Linzer Startup Danube Dynamics im Rahmen
der „Edison“-Preisverleihung mit dem Sonderpreis „Edison Alva“ ausgezeichnet wurde.

PIER 4 als Tempomacher
Damit würdigt der oberösterreichische Startup-Inkubator tech2b herausragende
Kooperationen seiner PIER 4-Plattform, die seit Jahren Leitbetriebe mit
Startups aus Oberösterreich erfolgreich vernetzt. „Es ist eine Win-win-Situation
für alle Beteiligten, gleichzeitig wird der Wirtschaftsstandort Oberösterreich
gestärkt“, betont Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Für den Schirmherrn
des „Edison“-Preises, ist es genau diese enge Verzahnung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, die Oberösterreich auszeichnet. Das PIER 4-Programm
von tech2b spiele dabei eine wichtige Rolle als Innovationstreiber und Tempomacher. Das Siegerprojekt von Aspöck Systems und Danube Dynamics sei ein Paradebeispiel für diese Stärken, sagt Achleitner. Im Mittelpunkt des gemeinsamen
Projekts steht eine automatisierte KI-gestützte Qualitätskontrolle. Im Vergleich zu einfachen Leuchten mit Glühbirnen erfordert die Prüfung von Multifunktionsleuchten deutlich mehr Aufwand. Jede einzelne Funktion muss
dabei separat überprüft werden. Darüber hinaus ist die visuelle Begutachtung der deutlich helleren LED-Leuchten sehr anstrengend und ermüdend für die
Augen der Mitarbeiter. Das neue, in den Produktionsprozess eingegliederte Testsystem schafft Abhilfe: Die visuelle Kontrolle übernimmt eine Kamera, deren
Aufnahmen von speziell entwickelten KI-Algorithmen ausgewertet werden.
„Wir haben mehr Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Zudem entfällt die
lästige und zeitaufwendige Fehlersuche, da unser Prüfsystem diese Aufgabe automatisch übernimmt“, sagt Schweighofer.

Skalierung des Systems
„Während unseres Studiums haben wir uns intensiv mit Technologien wie der
KI auseinandergesetzt. Dabei ist uns aufgefallen, dass es für typische KMUs
sehr schwierig ist, Innovationen aus Forschung und Wissenschaft in marktreife
Lösungen umzusetzen“, bestätigt Nico Teringl, Co-Founder und CEO von Danube Dynamics. Die 2020 gegründete Tech-Firma betreut mehr als 30 Industrieunternehmen in Europa. „Bei all unseren Kunden ist eine ähnliche Situation
wie bei Aspöck Systems zu beobachten: Eine hohe Produktvielfalt und ein großes
Produktportfolio, das jedoch oft mit relativ kleinen Losgrößen einhergeht. Diese
Kombination erschwert die Automatisierung der Prozesse“, erklärt Teringl.
Das Unternehmen setzt auf langfristrige Kundenbeziehungen und bietet nicht nur reine Software-KI-Anwendungen, sondern ist stark im Bereich Elektronik
und Hardware verankert. „Dadurch können wir unseren Kunden Komplettlösungen
anbieten“, so Teringl. Die Zusammenarbeit mit Aspöck Systems sei über das gesamte Projekt hinweg sehr anspruchsvoll gewesen. „Trotz der hohen Anforderungen merkten wir rasch, dass wir auf einer Wellenlänge sind und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet“, sagt der Gründer. „Die Kommunikation war immer offen und transparent“, merkt auch Kevin Riepl, Head of Innovation bei Aspöck Systems an. Den großen Vorteil in der Zusammenarbeit mit einem Startup sieht er in der Agilität und hemdsärmeligen Herangehensweise. Da dieses Projekt erfolgreich im Produktionsprozess eingegliedert werden konnte und sich sehr positiv bewährt hat, ist die Ausrollung weiterer automatisierter Qualitätskontroll-Stationen geplant,
sowohl für den Standort in Peuerbach und auch für weitere internationale Produktionsbetriebe.

EDISON 2025 09
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