Oberösterreich setzt einen europaweit einzigartigen Schritt in seiner KI- und Standortpolitik: Am Campus der Johannes Kepler Universität Linz entsteht das erste „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ von Plug and Play innerhalb der Europäischen Union. tech2b übernimmt die Umsetzung für das Land Oberösterreich und verbindet das internationale Netzwerk mit dem heimischen Innovationsökosystem.
Erstes EU-Exzellenzzentrum für Physical and Industrial AI entsteht
Mit Plug and Play kommt eines der weltweit führenden Innovationsnetzwerke und einer der aktivsten Early-Stage-Venture-Capital-Investoren dauerhaft nach Oberösterreich. Das neue Exzellenzzentrum soll internationale Startups und Technologien gezielt mit der oberösterreichischen Industrie zusammenbringen und innovative Lösungen schneller in die praktische Anwendung überführen.
Vorgestellt wurde die Initiative am 10. September 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz im Linzer Landhaus. Mit dabei waren Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Seena Amidi, Managing Partner EMEA bei Plug and Play Tech Center, sowie Vertreter der fünf zukünftigen Anchor-Partner. Seitens tech2b begleitete Managing Director Lukas Keplinger die Präsentation.
„Oberösterreich wartet nicht darauf, was die Zukunft bringt – wir gestalten sie“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer. Mit dem neuen Zentrum werde die starke industrielle Basis Oberösterreichs gezielt mit internationaler Innovationskraft und Spitzenforschung verbunden.
Internationale Innovation trifft oberösterreichische Industrie
Im Mittelpunkt des neuen Exzellenzzentrums stehen konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in Produktion, Anlagenbau, Logistik, Engineering und Bauwirtschaft.
Der Open-Innovation-Ansatz von Plug and Play setzt direkt bei den Herausforderungen etablierter Unternehmen an: Die beteiligten Industriepartner definieren konkrete technologische Fragestellungen. Plug and Play identifiziert und validiert über sein internationales Netzwerk passende Startups und Technologien und bringt beide Seiten für Kooperationen und Pilotprojekte zusammen.
Dadurch sollen neue Lösungen schneller getestet, erfolgreiche Anwendungen in die industrielle Praxis übertragen und zusätzliche Innovationspotenziale erschlossen werden. Gleichzeitig erhalten oberösterreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen Zugang zu einem weltweiten Netzwerk aus Startups, Technologieunternehmen, Industriepartnern und Investoren.
Fünf starke Industriepartner zum Start
Mit KEBA, Primetals Technologies, SWIETELSKY, TGW Logistics und voestalpine beteiligen sich fünf international tätige Industrieunternehmen als zukünftige Anchor-Partner an der Gründungsrunde.
Bei der Präsentation im Linzer Landhaus wurden die Unternehmen vertreten durch:
* Ing. Christoph Knogler, MBA, CEO und Sprecher des Vorstands der KEBA Group
* Mag. Michael Kienberger, CFO von Primetals Technologies Austria
* Harald Gindl, MBA, CFO der SWIETELSKY AG
* DI (FH) Christoph Wolkerstorfer, CTO der TGW Logistics Group
* Mag. Gerald Mayer, CFO der voestalpine AG
Als Gründungspartner können sie industrielle Aufgabenstellungen und technologische Schwerpunkte direkt in das Programm einbringen. Gemeinsam decken sie zentrale Bereiche der oberösterreichischen Wirtschaft ab – von Automatisierung und Anlagenbau über Bauwirtschaft und Intralogistik bis zur Stahlproduktion.
tech2b verbindet das globale Netzwerk mit Oberösterreich
Die Umsetzung der Initiative für das Land Oberösterreich übernimmt tech2b. Der oberösterreichische Startup-Inkubator fungiert künftig als zentrale Schnittstelle zwischen dem Land, Plug and Play, den beteiligten Industrieunternehmen und dem heimischen Innovationsökosystem.
„Mit dem neuen Center of Excellence bringen wir internationale Innovationskraft direkt mit den technologischen Herausforderungen unserer Industrie zusammen“, erklärt Lukas Keplinger, Managing Director von tech2b. „Unsere Aufgabe ist es, das globale Netzwerk von Plug and Play fest im oberösterreichischen Ökosystem zu verankern und daraus konkrete Kooperationen und Anwendungen entstehen zu lassen.“
Damit wird keine neue Parallelstruktur geschaffen. Vielmehr wird das internationale Netzwerk von Plug and Play gezielt in die bestehenden Strukturen der oberösterreichischen Startup- und Innovationslandschaft eingebunden.
Davon sollen künftig nicht nur die fünf Anchor-Partner profitieren. Auch weitere tech2b-Mitgliedsunternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, Kontakte zu internationalen Startups, neuen Technologien und potenziellen Kooperationspartnern aufzubauen.
Ein weiterer Baustein der oberösterreichischen KI-Strategie
Das neue „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ ist ein konkreter Umsetzungsschritt der KI-Exzellenzstrategie für den Industriestandort Oberösterreich.
Der Standort bringt dafür wesentliche Voraussetzungen mit: eine starke industrielle Basis, international erfolgreiche Leitbetriebe, universitäre und außeruniversitäre Spitzenforschung sowie eine etablierte Startup- und Innovationslandschaft. Plug and Play ergänzt diese Stärken um einen systematischen Zugang zu internationalen Technologien, Startups und Investoren.
Mit dem neuen Exzellenzzentrum entsteht am JKU-Campus eine dauerhafte Verbindung zwischen globaler Innovation, wissenschaftlicher Kompetenz und industrieller Anwendung. Das stärkt den Technologietransfer und eröffnet neue Chancen für Wertschöpfung, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit in Oberösterreich.
Plug and Play in Zahlen
Plug and Play wurde 2006 im Silicon Valley gegründet und verfügt heute über:
* mehr als 65 Standorte auf fünf Kontinenten
* mehr als 550 Unternehmenspartner
* jährlich mehr als 2.800 Startups in Accelerator-Programmen
* rund 250 Startup-Investments pro Jahr
* mehr als 2.500 Unternehmen im Investmentportfolio
* mehr als 35 Unicorns im Portfolio
Mit dem neuen Standort am JKU-Campus wird dieses internationale Netzwerk nun gezielt mit der industriellen Stärke und Forschungslandschaft Oberösterreichs verbunden.