Wasserstoff, IoT und Startups: Gemeinsam die Transformation gestalten
Die jüngste PIER4 Pitching Session im Stadion des FC Blau-Weiß Linz hat eindrucksvoll gezeigt, dass die großen Herausforderungen der industriellen Transformation nicht allein durch einzelne Technologien gelöst werden. Entscheidend ist vielmehr, wie innovative Lösungen in bestehende Systeme integriert werden und gemeinsam Mehrwert schaffen.
Besonders deutlich wurde dieser Gedanke in den beiden Keynotes der LINZ AG, die den Teilnehmenden spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Wasserstoff und das Internet of Things (IoT) gaben.
Wasserstoff braucht ein funktionierendes Ökosystem
Dominik Matheisl, Wasserstoffbeauftragter der LINZ AG, präsentierte die ambitionierten Pläne für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im oberösterreichischen Zentralraum. Dabei wurde klar: Der Erfolg von Wasserstofftechnologien hängt nicht von einzelnen Projekten ab, sondern vom Zusammenspiel der gesamten Wertschöpfungskette.
Vorgestellt wurden unter anderem Potenziale zur Wasserstofferzeugung am Standort Asten, das geplante H2-Startnetz Linz als zukünftige Verteilinfrastruktur sowie Kooperationen mit dem Bosch Engineering Center Linz. Ergänzt wird das Ökosystem durch das europäische Speicherprojekt EUH2STARS, das die saisonale Speicherung erneuerbarer Energie ermöglichen soll.
Die zentrale Erkenntnis: Grüne Gase werden erst dann zu einem wesentlichen Baustein der Energiewende, wenn Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Anwendung nahtlos ineinandergreifen.
IoT als Basis für digitale Skalierung
Einen ähnlichen Blickwinkel auf die digitale Transformation vermittelte Karl Reiter, Business Development IoT bei der LINZ AG. Seine Botschaft: IoT ist weit mehr als eine einzelne Anwendung. Es handelt sich um eine Basistechnologie, die nur dann ihr volles Potenzial entfalten kann, wenn sie ganzheitlich gedacht wird.
Anstatt für jeden Anwendungsfall separate Lösungen zu entwickeln, setzt die LINZ AG auf eine zentrale IoT-Architektur, bereichsübergreifende Zusammenarbeit und modulare Strukturen. Dieser Ansatz schafft die Voraussetzungen für Skalierbarkeit, Effizienz und nachhaltige Digitalisierung.
Internationale Startups präsentieren innovative Lösungen
Dass systemisches Denken auch die Startup-Welt prägt, zeigte die anschließende Pitching Session. Acht internationale Startups präsentierten ihre Lösungen vor Vertreter:innen aus der Industrie und demonstrierten, wie Technologien heute verschiedenste Herausforderungen entlang industrieller Wertschöpfungsketten adressieren.
Zu den teilnehmenden Unternehmen gehörten:
- GetFocus (Niederlande) mit Technologieprognosen als Entscheidungsgrundlage für F&E-Investitionen
- ivoflow (Deutschland) mit datenbasierter Transparenz in Einkauf und Preismanagement
- MotionMiners (Deutschland) mit anonymisierter Prozessanalyse für Produktion und Logistik
- Panza Robotics (Slowakei) mit autonomen Roboterlösungen für Industrieinspektionen
- prognotix (Österreich) für KI-gestützte Nachfrage- und Ressourcenplanung
- Senseven (Österreich) zur frühzeitigen Erkennung von Anlagendefekten über akustische Signale
- Visplore (Österreich) für die Analyse komplexer Zeitreihendaten
- xflowly (Österreich) zur Automatisierung von Geschäftsprozessen über Systemgrenzen hinweg
PIER4 verbindet Industrie und Innovation
Genau hier setzt PIER4 an: Als Open-Innovation-Plattform bringt PIER4 etablierte Industrieunternehmen mit internationalen Startups zusammen. Ziel ist es, Kooperationen zu ermöglichen, die über Pilotprojekte hinausgehen und echte Skalierungspotenziale schaffen.
Ein besonderer Dank gilt der LINZ AG für die inhaltlich starken Impulse sowie allen teilnehmenden Startups für ihre spannenden Präsentationen. Die anschließenden Gespräche haben gezeigt, wie groß das Interesse an gemeinsamen Innovationsprojekten ist – und dass das Stadion an diesem Abend weit mehr war als nur die passende Kulisse.