Quelle: DIE MACHER – Frühlingsausgabe 2026
Software und Hardware im Doppelpack: Das oberösterreichische Startup Straion optimiert KI-generierten Code für Unternehmen, während Allpure mit handgefertigten Taschen aus Italien vor Datendiebstahl und Strahlung schützt. Zwei unterschiedliche Ansätze, ein gemeinsames Ziel: digitale Sicherheit neu gedacht. Wir stellen die beiden jungen Unternehmen anhand von sechs W-Fragen vor.
Die Code-Optimierer
#Wer Drei ehemalige Dynatrace-Kollegen, zwei kennen sich schon vom Studium an der FH Hagenberg: Katrin Freihofner, Fabian Friedl und Lukas Holzer. Bereits damals haben sie festgestellt: Die Zusammenarbeit funktioniert perfekt. Nach einigen Jahren in unterschiedlichen Unternehmen haben sie sich wiedergetroffen und beschlossen, gemeinsam etwas zu starten – diesmal aber nicht als Side-Project, sondern als echtes Startup. Seit 1. Jänner 2025 sind alle drei hauptberuflich an Bord.
#Was Straion hilft Softwareteams, KI-generierten Code automatisch an ihre Unternehmensanforderungen anzupassen. Das Tool erfasst automatisch die spezifischen Standards einer Firma – sei es bezüglich Sicherheit, Privacy, Design oder verwendeter Frameworks – und sorgt dafür, dass KI-Tools genau nach diesen Vorgaben generieren. So wird Software schneller, billiger und mit weniger Nacharbeit produziert.
#Wie Es werden automatisch Wiki-Seiten, Contribution Guidelines oder Best Practices ausgelesen und daraus die relevanten Anforderungen extrahiert. Diese werden dann so aufbereitet, dass bestehende KI-Agenten sie verstehen und umsetzen können. Der entscheidende Vorteil: Straion filtert für jedes Projekt genau die Anforderungen heraus, die gerade wichtig sind. Das macht den generierten Code präziser und die KI effizienter.
#Wann Gegründet haben die drei im Oktober 2024. Der Durchbruch kam, als sie eine AWS-Förderung erhielten. Fabian und Lukas reichten noch am selben Tag ihre Kündigung ein. Zuvor hat das Startup schon das tech2b-Activate-Programm absolviert und ist jetzt im Incubate-Programm. Ein erstes Pilotprojekt lief bereits mit Dynatrace, weitere Kooperationen mit großen internationalen Softwarekonzernen sind in der Pipeline.
#Wo Das Büro ist im Hafen in Linz. Straion versteht sich aber von Anfang an als internationale Firma. Der Kernmarkt liegt zu 50 bis 70 Prozent in den USA, der Rest in Europa. Das Team wird remote aufgebaut, derzeit sind zwei neue Mitarbeiter in Europa im Gespräch. Bis Ende 2026 sollen vier bis sechs Personen an Bord sein. Möglich macht das unter anderem ein Investment von 1,1 Millionen Euro vom griechischen Marathon VC, der auf der Slush-Konferenz in Helsinki auf Straion aufmerksam wurde.
#Warum „Wir wollten einfach etwas Eigenes ausprobieren“, sagt Katrin Freihofner. Wichtig war dem Team von Anfang an, nah am Markt zu bleiben und ständig Feedback von potentiellen Kunden einzuholen. Über 100 Interviews haben sie mittlerweile geführt, um zu verstehen, was Softwareteams wirklich brauchen. Das Ergebnis: ein Produkt, das nicht nur technologisch funktioniert, sondern ein echtes Problem löst und für das Unternehmen auch bereit sind zu zahlen.