Beim European Forum Alpbach 2026 diskutierte Europa über Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Für tech2b-Geschäftsführer Lukas Keplinger steht fest: Startups spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Europas Wettbewerbsfähigkeit braucht unternehmerischen Mut
Wie kann Europa im globalen Wettbewerb relevant bleiben? Und wie lässt sich die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts in einer Zeit geopolitischer, technologischer und ökologischer Veränderungen erhöhen?
Diese Fragen prägten das European Forum Alpbach 2026, das von 24. August bis 4. September unter dem Leitthema „How Europe Wins“ stattfand. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft kamen in Tirol zusammen, um über Europas Zukunft und konkrete Wege vom Diskurs ins Handeln zu beraten.
Mit dabei war auch Lukas Keplinger, Managing Director der tech2b Inkubator GmbH. Aus Sicht des oberösterreichischen Startup-Inkubators führt eine zentrale Erkenntnis direkt zum Kern der europäischen Wettbewerbsfähigkeit: Startups sind nicht nur junge Unternehmen. Sie sind ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen und technologischen Infrastruktur Europas.
Startups bringen neue Technologien schneller in den Markt
In vielen Bereichen entstehen innovative Lösungen heute zuerst in jungen, agilen Unternehmen. Startups entwickeln neue Anwendungen für Künstliche Intelligenz, treiben die Digitalisierung etablierter Branchen voran und arbeiten an Technologien für Energie, Mobilität, Gesundheit und nachhaltige Produktion.
Ihre Stärke liegt nicht allein in neuen Ideen. Sie können technologische Entwicklungen rasch erproben, Geschäftsmodelle anpassen und Lösungen früh am Markt testen. Dadurch bringen sie Bewegung in bestehende Strukturen und schaffen Innovation dort, wo klassische Entwicklungsprozesse häufig deutlich länger dauern.
Gerade für einen Industriestandort wie Oberösterreich eröffnet diese Dynamik große Chancen. Wenn Startups mit etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Institutionen zusammenarbeiten, treffen technologische Agilität, wissenschaftliches Know-how, industrielle Erfahrung und Marktzugang aufeinander.
Aus einzelnen Projekten können so langfristige Kooperationen und neue Wertschöpfung entstehen.
Resilienz entsteht durch Vielfalt und starke Netzwerke
Europäische Resilienz bedeutet mehr als die Fähigkeit, auf Krisen zu reagieren. Sie setzt voraus, dass entscheidende Technologien, Kompetenzen und Unternehmen in Europa entwickelt, aufgebaut und langfristig gehalten werden können.
Startups leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Sie erschließen neue Märkte, schaffen Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen und reduzieren durch innovative Lösungen technologische oder wirtschaftliche Abhängigkeiten. Viele junge Unternehmen verbinden ihr Wachstum zudem mit europäischen Grundsätzen wie Nachhaltigkeit, Datenschutz und gesellschaftlicher Verantwortung.
Damit dieses Potenzial tatsächlich wirksam wird, braucht es funktionierende Ökosysteme. Keine Organisation kann die großen Transformationsaufgaben allein bewältigen. Fortschritt entsteht dort, wo Gründer:innen Zugang zu Forschung, Industrie, Kapital, erfahrenen Sparringspartner:innen und politischen Entscheidungsträger:innen erhalten.
Das European Forum Alpbach macht diese Notwendigkeit sichtbar: Europas Zukunft wird nicht in einzelnen Branchen oder Institutionen entschieden, sondern an deren Schnittstellen.
Gute Ideen brauchen bessere Wachstumsbedingungen
Europa verfügt über starke Forschung, hoch qualifizierte Talente und zahlreiche innovative Gründungsteams. Die entscheidende Herausforderung beginnt jedoch häufig nach der ersten Entwicklungsphase: Aus einer guten Idee muss ein wettbewerbsfähiges und international skalierbares Unternehmen werden.
Dafür benötigen Startups einen besseren Zugang zu Kapital, geeignete Rahmenbedingungen, internationale Netzwerke und frühe Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen. Ebenso wichtig sind schnellere Entscheidungsprozesse und ein gemeinsamer europäischer Markt, der Wachstum nicht unnötig erschwert.
Die Diskussion um „How Europe Wins“ ist deshalb auch eine Diskussion darüber, wie Europa mit seinen eigenen Innovationen umgeht. Gelingt es, neuen Technologien früh Vertrauen zu schenken? Werden mutige Gründungsvorhaben ausreichend unterstützt? Und schaffen wir Bedingungen, unter denen erfolgreiche Startups auch von Europa aus international wachsen können?
Vom europäischen Diskurs zur regionalen Umsetzung
Für tech2b liegt ein wesentlicher Teil der Antwort in der konsequenten Stärkung regionaler Startup-Ökosysteme. Wettbewerbsfähigkeit beginnt nicht erst auf europäischer Ebene. Sie entsteht in Regionen, in denen Gründer:innen die richtigen Ansprechpersonen, Netzwerke und Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden.
Als oberösterreichischer Startup-Inkubator begleitet tech2b innovative Gründungsteams von der frühen Idee über den Unternehmensaufbau bis zur Skalierung und Internationalisierung. Gleichzeitig verbindet tech2b Startups mit Forschung, Industrie, Investor:innen und öffentlichen Partnern.
Die Erkenntnisse aus Alpbach bestärken diesen Auftrag: Europa braucht Menschen, die technologische und gesellschaftliche Herausforderungen unternehmerisch lösen. Es braucht aber ebenso Strukturen, die ihnen Wachstum ermöglichen.
Europa gewinnt, wenn Innovation nicht nur diskutiert, sondern umgesetzt wird. Wenn neue Ideen auf geeignete Rahmenbedingungen treffen. Und wenn aus mutigen Gründer:innen Unternehmen entstehen, die den Wirtschaftsstandort langfristig stärken.
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