Tierfutter: Insekten statt Fische

[Quelle: Salzburg ORF.at]

Tierfutter hat hohen Öl- und Mehlanteil aus Meeresfischen. Naturschützer halten diese teuren Eiweiß- und Fettquellen für Verschwendung. Eine Salzburger Studentin forscht in einem Unternehmen, das Insekten züchtet, um die Fische im Tierfutter teilweise zu ersetzen.

Im oberösterreichischen Antiesenhofen züchten Mitarbeiter der Firma Ecofly Insekten. Die Fliegenlarven fressen organische Reststoffe und produzieren daraus hochwertiges Eiweiß für Fischfutter. Das besteht noch immer fast zur Hälfte aus Fischöl und Fischmehl. Unsere Zuchtforellen fressen letztlich andere Fische aus dem Meer. Mindestens ein Viertel der jährlich gefangenen Fische und Meeresfrüchte - also 20 Millionen Tonnen - werden zu Futtermittel verarbeitet.

Insekten könnten diese teuren Eiweiß- und Fettquellen teilweise ersetzen, sagt der Ecofly- Chemiker Simon Weinberger: „Es liegt in der Natur des fleischfressenden Fisches, dass er Insekten frisst. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Forellen fressen Fliegen von der Wasseroberfläche. Das ist im Prinzip der Vorgang, den wir hier imitieren“.

Aus den Puppen der Soldatenfliegen schlüpfen die erwachsenen Tiere. Sie fressen nicht mehr, paaren sich, legen Eier und sterben dann. Immer neue Soldatenfliegen schwirren in den Zuchtkammern herum. Das Problem ist, dass sie ihre Eier in der ganzen Anlage verteilt ablegen anstatt konzentriert auf angebotenen Unterlagen.

Fliegen mit Duftstoffen zur Eiablage locken

Die Salzburger Biologiestudentin Magdalena Pauzenberger will die Fliegen mit Duftstoffen zur Eiablage anlocken. Sie saugt den Gestank des Futterbreis ab und konserviert ihn in einer Glasröhre. Im Labor in Salzburg kann sie das Duftgemisch auftrennen. Die verschiedenen Duftkomponenten leitet sie dann über den Fühler einer Soldatenfliege, der in einem Glasröhrchen steckt. Damit kann sie die Nervenimpulse messen und so feststellen, auf welche chemischen Substanzen die Tiere reagieren, erklärt die Biologiestudentin: „Das, was wir als ekelhaft empfinden, finden die Fliegen ziemlich anziehend. Stinkenden Käse, verfaulende Dinge, Kot finden die Tiere gut“.

Die Maden und Fliegen schmecken nicht nach diesen Substanzen. In 30 Jahren werden neun Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Vielleicht werden wir die Insekten dann nicht mehr an Fische verfüttern, sondern selber essen.

Hier geht's zu Ecofly.

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