Lärm im Bild

[Quelle: Liwest Magazin]

Wärmebilder visualisieren, wo und wie stark etwa ein Wohnhaus seine Energie verliert.
Ein heimisches Start-up-Unternehmen kann Lärmquellen kostengünstig darstellen.

In unseren Lebensräumen begegnen wir vielfältigen Lärmquellen, etwa Fahrzeugen, Maschinen oder Veranstaltungen. Zu viel Lärm macht krank, daher sorgen gesetzliche Regelungen für den Schutz vor Lärm. Darin festgelegte Grenzwerte werden mit Schallmessgeräten überprüft. Auch sogenannte akustische Kameras kommen zum Einsatz. Ähnlich wie Wärmebildkameras können sie die Quelle des Lärms erkennen und ein akustisches Bild erzeugen. Derartige Kameras kosten aber je nach Größe und Qualität zwischen 40.000 und 100.000 Euro. Solche Geräte sind für Unternehmen oder Institutionen allerdings kaum erschwinglich.

Neue digitale Lösung
Der Linzer Mechatroniker Thomas Rittenschober hat mit seinem Start-up „Seven Bel“ eine kostengünstige und zugleich mobile Lösung entwickelt. Er beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Thema Akustik und Lärmunterdrückung. Digitalisierung, Rechnerkapazitäten und Cloud Computing schaffen ganz neue Möglichkeiten auch für akustische Kameras.
Seven Bels “Dual Microphone Acoustic Camera” (kurz dMAC) ist ein mobiles System, das keine Abstriche bei der Bildqualität macht und zugleich wirtschaftlich bleibt. Während bisherige Lösungen eine Vielzahl an Mikrofonen brauchen, kommt die dMAC von Seven Bel mit einer Handvoll Mikrofone aus. Das erleichtert die Mobilität und reduziert die Datenmengen für die Analyse.

Firmengründung und Marktreife
Die Mikrofone sind an einem drehbaren Stab befestigt. Dieser rotiert und tastet dabei den Schall entlang einer Kreisfläche ab. Anschließendwerden die Daten an einen Hochleistungsrechner in der Cloud gesendet, der das akustische Bild berechnet. Dieses wird dann mit einem optischen Foto von Smartphone oder Tablet überlagert. Rittenschober hat die Technologie heuer zum Patent anmelden lassen. Nun geht es darum, die akustische Kamera zur Marktreife zu bringen. Dazu zählen unter anderem Marktanalysen sowie der Aufbau erster Kundenkontakte. Außerdem laufen Pilotprojekte mit größeren Industriebetrieben aus der Automotive- und Maschinenbau-Branche. DerVerkaufsstart der dMAC ist für die zweite Jahreshälfte 2020 geplant.

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Fotos: tech2b / Andreas Balon

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