Knochenschrauben mit großem Potenzial

[Quelle: CHEFINFO]

Linz im Jahr 2007. Der Orthopäde und Chirurg Dr. Klaus Pastl meldet ein Patent für ein Knochenschraubentransplantat an, das aus menschlichem Knochengewebe gewonnen wird. In den darauffolgenden Jahren entwickelt Pastl – gemeinsam mit Instituten der TU Graz – das humane Knochentransplantat weiter, um mit der „Shark Screw“ schließlich ein neues
Zeitalter in der Orthopädie, Unfall-, Kiefer-, Hand- sowie Fußchirurgie einzuläuten. „Knochenoperationen wurden vor der Entwicklung der Schraube aus Knochen meistens mit Metallschrauben und -platten durchgeführt, die dann in den meisten Fällen durch einen zweiten operativen Eingriff wieder aus dem Körper entfernt werden mussten. Zudem wirken Metallschrauben als Fremdkörper oft störend und sind komplikationsanfällig“, erklärt Lukas Pastl, der gemeinsam mit seinem Vater das 2016 gegründete MedTech-Startup surgebright leitet.

Das Unternehmen agiert als zertifizierte Gewebebank und hat sich auf die Forschung und die Entwicklung hochinnovativer Produkte aus humanen Spenderknochen spezialisiert. Zudem ist sie für die Produktion und den Vertrieb der „Shark Screw“ verantwortlich.

Arteigene Knochenmatrix
„Mittlerweile versorgt surgebright 35 österreichische Kliniken mit ‚Shark Screw‘, bis dato wurden rund 1.700 Schrauben verwendet“, sagt Pastl und nennt die Vorteile des hochinnovativen Produkts. „Mit den sterilisierten Schrauben besteht kein Infektionsrisiko und sie heilen komplikationslos ein. Schon nach einem Jahr sind diese nicht mehr im Röntgen zu sehen, da der Körper die arteigene Knochenmatrix akzeptiert und umbauen kann“, erklärt Lukas Pastl. Ein weiterer Pluspunkt: Durch den Entfall des zweiten operativen Eingriffes werde der Patient physisch und psychisch entlastet, der verkürzte Heilungsprozess vermeide unnötige Schmerzen. „Das bedeutet in weiterer Folge auch eine wesentliche Kostenreduktion für das österreichische Gesundheitssystem“, fügt Pastl hinzu.

surgebright
Die surgebright GmbH wurde im Jänner 2016 vom Linzer Orthopäden und Chirurgen Dr. Klaus Pastl als MedTech-Startup gegründet. Mittlerweile hat das hochinnovative Unternehmen elf Mitarbeiter, zu denen auch Pastls Söhne Lukas (CEO) und Thomas (CEO) gehören. Der F&E-Anteil lag 2017 bei 120 Prozent. Der Exportanteil ist (noch) gering, für den Schritt zur Internationalisierung läuft derzeit ein Pilotprojekt in Kuwait.

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