In Linz wird am Recycling von Carbon getüftelt

(Quelle: Kronen Zeitung)

Ein Werkzeugkoffer am Regal, davor ein Sammelbehälter mit der Aufschrift #001, an dem Software-Einstellungen vorgenommen werden. „Wir brauchen schon mehr Platz für unsere Werkstatt“, sagt Carbon-Cleanup-Gründer Jörg Radanitsch, der das Recycling von Carbonfasern möglich machen will.

„Alle sagten: ,Das geht nicht.‘ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht“ - der Spruch kommt einen in den Sinn, wenn man Jörg Radanitsch zuhört. „Es hieß immer, dass der Abfall komplex ist. Ich wusste, ich kann’s lösen“, sagt der 43-Jährige, der in Gmunden lebt und mit seinem sechsköpfigen Carbon-Cleanup-Team in Linz angesiedelt ist.


Hier tüftelt der Werkstoffwissenschafter an einem Recyclingsystem für Carbonfasern, hat bereits ein Patent angemeldet. Sammeln, aufbereiten und dann die Recycling-Faser verkaufen - den ganzen Kreislauf will Radanitsch mit Carbon Cleanup abdecken. Industrieabfälle will er einsammeln. Mit Flugzeugzulieferer FACC laufen bereits die ersten Tests. Parallel dazu werden Aufbereitungsanlagen und Sammelbehälter gebaut, mit Kameras, Sensoren und Software versehen, um das Material klassifizieren zu können.

Am Ende kommen Kurzfasern in Pelletsform heraus, die in Spritzgussanlagen oder für 3-D-Druck verwendet werden können - zum Beispiel zur Produktion von Möbel oder Sonnenbrillen. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützt die Pläne, dazu sind die Brüder von Radanitsch, Jan und Kai, sowie Christian Gorbach an Bord. Bis 2030 wollen die Linzer 100 Aufbereitungsanlagen im Einsatz haben.

Cabon-Cleaup Gründer Jörg Radanitsch, Bild: Alexander Schwarzl
Ein Modell des Recyclingsystems der Linzer. Bild: Alexander Schwarzl

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