Die heißesten Start-ups

[Quelle: OÖNachrichten]

Oberösterreichs Gründerszene wächst rasant. Diese Unternehmen schicken sich an, auf den Spuren von Runtastic & Co. zu wandeln.

Zwischen 500 und 1000 Start-ups werden pro Jahr in Österreich gegründet – die meisten davon in Wien und Oberösterreich. "Es tut sich einiges, das Werkl rennt", sagt Markus Manz, Geschäftsführer des Linzer Start-up-Inkubators tech2b. Als Schmelztiegel der Start-up-Szene in Oberösterreich gilt die Landeshauptstadt. Innovative Unternehmen tummeln sich in der Tabakfabrik, im Techcenter und in der Neuen Werft. Aber auch in Wels (Workspace) oder dem Mühlviertel (Fachhochschule Hagenberg) gibt es Nährboden für junge Firmengründer.

Per Definition ist ein Start-up ein Unternehmen, das jünger als zehn Jahre ist, ein signifikantes Umsatz- und Beschäftigungswachstum anstrebt und eine Innovation eingeführt hat. Manche anfangs kleine Start-ups wecken das Interesse von großen internationalen Unternehmen. Bestes Beispiel dafür ist die Fitness-App Runtastic, die sich der Sportartikelhändler Adidas 2015 um 220 Millionen Euro einverleibt hat.

Aber nicht nur die Zahl der Start-ups steige, sondern auch der Grad ihrer Professionalisierung, sagt Manz. "Die meisten wissen, wie sie sich in die Auslage stellen müssen." Die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen klappe ebenfalls besser als früher, beide Seiten profitierten voneinander. Start-ups hätten den Vorteil, agiler zu sein und Lösungen anzubieten, die Großbetrieben fehlten, so Manz.

Es ist keine einfache Aufgabe, aus einem Pool aus Start-ups jene mit den besten Erfolgsaussichten herauszufischen. Die sechs folgenden stehen stellvertretend für Oberösterreichs bunte Gründerszene.

Lukas Pastl (zitiert)
"Die Knochenschraube bietet einen natürlichen Heilungsweg ohne künstliche Materialien und erspart Komplikationen."

Am Erfolg geschraubt
Start-up muss nicht immer gleich App heißen. Das beweisen Lukas und Thomas Pastl. Die Brüder setzten die Idee ihres Vaters, des Linzer Orthopäden Klaus Pastl, in die Realität um und gründeten 2016 surgebright mit Sitz in Lichtenberg. Die Gewebebank fertigt Operationsschrauben aus menschlichen Spenderknochen. Ziel ist es, Patienten das Leid einer zweiten Operation zu ersparen. Neun Mitarbeiter erstellen nicht nur Knochenschrauben, sondern auch Chips und Granulate.

Markus Groiss (zitiert)
"Wir haben dem Programm beigebracht, wie ein Mensch zu denken. Ich bin kein Universitätsprofessor, der Grundlagenforschung betreibt.Ich habe nur mein Wissen eingebracht."

Jede Sekunde zählt
Ein System, das Leben rettet, Geld spart und wie ein Mensch denkt. So bezeichnet Markus Groiss das 2014 von ihm entwickelte Brandschutzsystem Groma 247 aus Waldburg. Dieses erkenne nicht nur Feuer in weniger als einer Minute, sondern könne es auch von Sonnenstrahlen oder heißen Auspuffen unterscheiden. Das soll oft teure Fehlalarme
vermeiden. Zehn Mitarbeiter kümmern sich derzeit darum, dem Produkt zur Serienreife zu verhelfen.

Georg Teufl
Reha in virtuellerWelt

In Bad Ischl will ein Start-up den Heilungsprozess von Schlaganfallpatienten erleichtern. Die 2017 gegründete
Firma Rewellio (vorher psii.rehab) hat eine Software entwickelt, mit derPatienten animierte und bewegliche Hände statt den eigenen gelähmten erkennen. Bilder über eine virtuelle Brille täuschen und stimulieren das Gehirnund fördern
die Heilung. Gründer Georg Teufl ist selbst Physiotherapeut.

Mehr Informationen hier:

Surgebright
GROMA247
Rewellio

 

GROMA 247

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